BMZ in Europa Marktführer bei Akkuherstellung - Ziel heißt- nicht ins Ausland gehen
Karlstein. Sie begleiten uns den ganzen Tag und machen das Leben ein bisschen bequemer. Wer morgens die Elektrozahnbürste benutzt, nimmt sie in Anspruch, mit dem Akkustaubsauger geht es weiter, beim Griff zum Handy, schnurlosen Telefon oder Laptop sind sie auch dabei. Sogar viele Spielsachen kommen ohne sie nicht aus. Die Rede ist von Akkus, wiederaufladbaren Batterien.
Der europaweite Marktführer in der Akkuherstellung sitzt in dem Karlsteiner Ortsteil Dettingen: Die Batterien-Montage-Zentrum (BMZ) GmbH hat sich in knapp zehn Jahren diese Spitzenposition gesichert - eine Erfolgsstory Made in Karlstein. Ohne große Worte trägt der 38-jährige Gründer und Geschäftsführer Sven Bauer, gelernter Werkzeugmacher aus Wörth, die stolzen Zahlen vor: Mit zwölf Mitarbeitern und 1,2 Millionen Mark Umsatz begann die Firmengeschichte 1994 in gemieteten Räumen in Kleinostheim. Im Jahr 2000 zog man nach Dettingen ins eigene Haus um. Vor einem halben Jahr konnte »Am Sportplatz 30« das zweite Gebäude bezogen werden, in Planung ist bereits das dritte.
Der Jahresumsatz beträgt inzwischen 25 Millionen Euro. 150 Mitarbeiter hat BMZ insgesamt, davon arbeiten alleine in Karlstein 110. Wegen der enormen Expansion - »wir haben momentan 20 Prozent Wachstum im Jahr« - soll die Belegschaft in Dettingen pro Woche um drei neue Mitarbeiter aufgestockt werden. Mit 130 Beschäftigten stößt man dann an die räumlichen Kapazitäten. »Unser Ziel ist es, nicht ins Ausland zu gehen«, betont Bauer und sucht momentan eine ganze Reihe von guten Leuten, vom Elektroniker und Ingenieur bis hin zu Mitarbeitern in der Fertigung. Dabei setzt BMZ auf eine enge Bindung im Team und den japanischen Führungsstil.
»Wir haben noch nie jemanden entlassen«, betont der Geschäftsführer, »wenn sich jemand in seinem Arbeitsbereich nicht wohl fühlt, suchen wir einen anderen für ihn. Wer bei uns anfängt, sollte bis zum Lebensende bei BMZ bleiben« Die Identifikation der Arbeitnehmer mit den Produkten ist dabei Grundvoraussetzung.
Akkus im Notfallbag
Spannend ist es, was Bauer zu den einzelnen Batterien und Akku-Paketen zu erzählen weiß. »Seine« Akkus haben im Notfallbag von Fallschirmen seit dem ersten Einsatz vor acht Jahren 1700 Menschen das Leben gerettet. 1000 Akkus für diesen Zweck werden pro Woche bei BMZ hergestellt. Hochleistungsstarke Akkus für Unterwasser-Torpedos sorgen mit einem Safety System und einer Kamera dafür, dass vermeintliche Minen 100-prozentig erkannt und gegebenenfalls zerstört werden können. Ganz neu ist eine Versuchsreihe, die seit kurzem angelaufen ist. 1300 Anhänger von Lkw sind mit Akku-Paketen ausgestattet, über die mittels eines GPS-Systems ständig Daten abgerufen werden können - die perfekte Diebstahlsicherung für die Zukunft. In der Kundenkartei von BMZ finden sich so namhafte Firmen wie Siemens, Braun, Gardena, Bosch, AEG und Metabo. Einige beliefert BMZ exklusiv.
Dauerhaft und leicht
An der Tagesordnung ist es in Dettingen, dass ein Streifenwagen, ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehren oder ein Modellbauklub Station bei BMZ macht, um Akkus für Funkgeräte einzukaufen. Seit Dezember läuft die Produktion einer neuen Generation von Lithium-Ionen-Zellen. Diese wieder aufladbaren Zellen wurden speziell für Hochstromanwendungen entwickelt undverfügen über außergewöhnliche Werte in Kapazität und Energiedichte. Bei den neuen Powerbatterien dauert der Selbstentladevorgang vier bis fünf Jahre. Ein weiterer Vorteil ist das um etwa 40 Prozent niedrigere Gewicht im Vergleich zu den bisherigen Systemen.