Lithium Ionen von BMZ
als Antriebsbatterie
Stark müssen sie sein, einen hohen Leistungsgrad in kürzester Zeit entwickeln und nicht zuletzt eine hohe Lebensdauer aufweisen – an Akkus zum Antrieb mobiler Geräte werden hohe Anforderungen gestellt. Der Firma BMZ GmbH (Batterie Montage Zentrum) in Karlstein am Untermain ist es als einem der ersten Unternehmen in Europa gelungen, die Vorteile der Lithium-Ionen-Technologie in einem Hochleistungssystem für Antriebszwecke zu realisieren. Leistungsdaten des in Karlstein entwickelten Akku-Packs: 42 V und 100 Ah, bis zu 60000 Ladezyklen und eine Strombelastbarkeit von 200 A.
Seit nunmehr einem Jahr ist BMZ mit dem LiIon-System am Markt. Vorausgegangen sind nach Angaben des Geschäftsführers Sven Bauer drei Jahre Entwicklungszeit, die Karlsteiner Fachleute sahen sich sowohl bei Auswahl der geeigneten Zellen als auch bei der Entwicklung der Elektronik mit hohen Anforderungen konfrontiert. Die theoretischen Vorzüge der LiIon-Option lagen dabei auf der Hand: Verhältnismäßig geringes Gewicht der Lithium-Ionen-Akkus, sehr hohe Lebensdauer der Zellen und damit nicht zuletzt ein positiver Umwelt-Effekt.
Die Richtung gaben LiIon-Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt vor. Eine Weiterentwicklung dieser Systeme macht es möglich, bis zu 10 C der Nennkapazität aus der Zelle zu entnehmen. Die Elektronik wurde bei BMZ so ausgelegt, dass sie sowohl mit dem zu betreibenden Gerät als auch mit den Zellen korrespondiert. Kontrollierte Energieabgabe schont das System, eine bis zu zehnmal höhere Lebensdauer als bei bisher üblichen Akku-Kombinationen wird erreicht. Bis zu 20 Jahre Betrieb sind möglich.
Das Spektrum möglicher Anwendungen ist beeindruckend. Sven Bauer kann sich das kraftvolle, robuste LiIon-Leichtgewicht als Energielieferanten für Hantierungspanzer, Klein-U-Boote oder Segelflugzeuge vorstellen, desgleichen für Kinderwagen, Golf-Caddys oder Elektrofahrräder. In naher Zukunft, so der BMZ-Geschäftsführer, werde der erste Rollstuhl für Schwerbehinderte mit einem kleinen Lithium-Ionen-System rollen – vor fünf Jahren noch unvorstellbar. Das Karlsteiner System liefert 5 Ah und 24 V – und bringt dabei ganze vier Kilogramm auf die Waage. Die bisher in Krankenfahrstühlen eingesetzten Bleiakkus hatten ein Gewicht von über 40 Kilogramm.